Kaffeemaschinen-Krimi Tatortfoto 1

Kaffeemaschinen-Krimi

Aus dem Protokoll der Dienstbesprechung
Kaffeemaschine Krimi Tatort 1
Fundort, Tatortfoto 01

„Liebe Kollegen, heute Morgen ereignete sich eine besonders entsetzliche Tragödie, die aufgrund ihrer Aktualität das Thema unserer Besprechung sein wird.

Die Kollegen der Frühschicht, Höflich und Schmidt, wurden circa 9:30 Uhr zu einem Tatort gerufen und konnten vor Ort nur noch den Tod des Opfers, einer Kaffeemaschine mittleren Alters, feststellen.

Kaffeemaschine Krimi Tatort 2
Umgebung, Tatortfoto 02

Aus dem inzwischen vorliegenden Bericht des Gerichtsmediziners geht hervor, dass von einem Suizid ausgegangen werden muss, obwohl nach gründlicher Untersuchung der Räumlichkeiten kein Abschiedsbrief gefunden werden konnte. Auf die mögliche Motivation komme ich gleich zurück.

Der Todeszeitpunkt lässt sich kriminalistisch auf die Zeit zwischen 8 und 9 Uhr eingrenzen. Eine genauere Angabe ist leider nicht möglich, da für diesen Zeitraum keine Zeugen vorhanden sind. Die Maschine wurde gegen 8 Uhr zuletzt lebend gesehen und circa 9:10 Uhr tot aufgefunden von ihrer Arbeitgeberin, die nun verständlicherweise unter Schock steht und keine näheren Aussagen zur Charakterisierung des Geräts machen kann, da zwischen ihnen kein persönliches oder intimes Verhältnis bestand.

Kaffemaschinen-Krimi Tatort 3
Umgebung, Tatortfoto 03

Feinde hatte sie nach Aussage der Zeugin keine, im Gegenteil, sie war allseits beliebt, galt als unauffällig und fleißig. Hinweise auf oder gar ein Motiv für eine Fremdeinwirkung sind somit nicht ersichtlich. Das Alter der Maschine war zwar stattlich – es lässt sich leider nicht mehr genau bestimmen –, aber nicht so hoch, dass man von einer natürlichen Todesursache ausgehen kann. So begründet der Gerichtsmediziner seine Suizidvermutung. Vielleicht war sie einfach die tägliche Fließbandplackerei Leid, die kann ein Gerät durchaus depressiv stimmen.

Ein Aufruf an die Bevölkerung zur Mithilfe über die einschlägigen Medien ist für diesen Fall nicht vorgesehen, es sind weder Hinweise zum Tathergang noch zum Umfeld des Opfers zu erwarten. Sollten nicht weitere ungewöhnliche Todesfälle dieser Art bekannt werden, müssen wir den Fall wohl oder übel zu den Akten legen.“

Die Kriminalhauptkommissarin ahnt jedoch Schlimmes und befürchtet noch weitere Fälle. Sie weiß, dass das erst der Anfang war, kennt sie doch das Phänomen des Technik-Massenexodus …