Ein Versuch, Worte zu finden

Ein Versuch, Worte zu finden

Was kann ich schreiben?

Wenn zur gleichen Zeit, während ich über meinen nächsten, längst überfälligen Blogbeitrag grüble, der Pöbel (im Sinne von gewaltbereitem Volk) zur Waffe greift. Nein, nicht greift, sondern ruft! Denn zwischen dem, der entscheidet, die Truppen zu schicken, und dem, der letztlich tötet, besteht mehr als nur ein Unterschied. Ebenso klafft die Distanz zwischen dem, der hetzt, der sich bereitwillig der verschleiernden Argumentation anschließt, der seine medialen Möglichkeiten gedankenlos in ihren Dienst stellt, und dem, der am Ende tötet.

Was kann ich schreiben?

Angesichts derer, die ihnen Glauben schenken, die zu Schimpfworten und Meinungen wie zu Steinen greifen. Angesichts derer, die an ein Konstrukt, eine Nation, ein Buch, eine Schrift glauben und dennoch wider diesen handeln, indem sie schimpfen, hassen und am Ende töten. Ich weiß, es ist die Angst, die Menschen hassen lässt. Dagegen hilft Informieren, Erfragen, Erfahren, Kennenlernen. Ich weiß, dafür fehlt den meisten die Zeit und der Antrieb, wenn sie abends erschöpft nachhause kommen, von einer Arbeit, die ihnen jederzeit genommen werden kann.

Was kann ich schreiben?

Wenn die Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts keinen, wirklich nullkommakeinen, Lerneffekt haben, wenn eine Generation, die in gewaltlosen Zeiten aufwuchs, zur Gewalt aufruft – Hauptsache nicht vor der eigenen Tür!

Was kann ich also schreiben?