Checkliste Gute Vorsätze

Checkliste: 13,4 bessere Vorsätze

Checkliste: 13,4 bessere Vorsätze
oder Was der Mensch haben wollen soll
Checkliste Bessere Vorsätze
Checkliste: Bessere Vorsätze

Kein Blog kommt ohne Checkliste aus. Darum nutze ich den Beginn des neuen Jahres, um die Unsitte der guten Vorsätze mit einer solchen zu kombinieren.
Einleitend werde ich kurz umreißen, warum gute Vorsätze fürs neue Jahr Unfug sind und warum sie in etwa so sinnvoll sind, wie Bleigießen oder jemandem einen Böller zwischen die Füße zu werfen. – Vermutlich wäre diese törichte Gewohnheit längst ausgestorben, wenn nicht diverse Journale alle Jahre wieder ihre Praktikanten zum Löcherstopfen auf die Straße schickten, um harmlose Passanten nach ihren guten Vorsätzen zu befragen. – Und schließlich werde ich die Checkliste der besseren Vorsätze, jenseits der Pillepalle-Klassiker wie Abnehmen, Sport Treiben und mit dem Rauchen Aufhören, vorstellen, die eher von grundsätzlicher Natur, für dieses und für alle kommenden Jahre gültig, somit wiederverwendbar und nachhaltig sind.

Fallbeispiel Abnehmen
Fallbeispiel: Abnehmen

In § 16 Abs. 1 StGB heißt es: „Wer bei Begehung der Tat einen Umstand nicht kennt, der zum gesetzlichen Tatbestand gehört, handelt nicht vorsätzlich.“ Der Vorsatz beinhaltet demnach nicht nur das Wollen, sondern auch die Kenntnis aller Tatumstände bzw. der objektiven Tatbestandsmerkmale. Am Beispiel des Vorsatzes „Abnehmen“ wären diese Tatumstände:

  • der eigene Bauchumfang überschreitet enorm die Norm
  • die bewegliche Waage schlägt aus in Richtung Plusunendlich
  • eine dieser Handlungsoptionen muss konsequent ausgeführt werden: Sport treiben, Pillen schlucken, Punkte zählen, dubiose Drinks trinken oder die Hälfte (fr)essen.

Wer das alles weiß, will und umsetzt, nimmt vorsätzlich ab.
Der Haken an den guten Vorsätzen wird sich an diesem Punkt schon einigen erschlossen haben: die Kenntnis, auch im Sinne von Antizipation, aller Umstände der Tat. Im Fall des Abnehmens lehrt die Erfahrung beispielsweise, dass sich einige, vielleicht sogar die Mehrzahl der Täter nicht vollends des Tatumstands „konsequente Ausführung“ bewusst sind. Denn das Wollen allein reicht nicht und scheitert oft an der harten Realität des Alltags. Das bedeutet letztlich, ein Vorsatz ohne anschließende Tat ist im Grunde nichtssagend und verpufft.

Nachdem nun bewiesen ist, dass die sogenannten guten Vorsätze nicht mehr sind als ein überkommener Brauch, der, nachdem er vollzogen wurde, ebenso entsorgt wird wie die Bleifurunkel nach dem Gießen, hier nun die 13,4 besseren Vorsätze, die ein jeder locker umsetzen kann, bestehend aus Hard Facts und Soft Skills:

Die Hard Facts – Was der Mensch haben wollen soll
  • 40 Jahre denselben Minijob
  • eine Altersvorsorge, die das Alter des Versicherers sichert
  • ein Eigenheim plus Gefährt und Garage
  • einen 250 Zoll 3D-LED-Full-HD-Fernseher, 37000 Sender plus Couch
  • zahllose Versicherungen gegen alles und jeden
  • mehr genetisch perfektes Bio-Gesund-Zeug, damit man runzelalt und dement wird und sich über die Auszahlung der Altersvorsorge ärgern kann
  • 1,4 Kinder
Must have 1,4 Kinder
Must have: 1,4 Kinder
Die Soft Skills – Soziale und kulturelle Ziele mit Beispielen
  • generell mehr Toleranz, z.B. Frau von der Leyens verschobenem Realitätssinn gegenüber
  • weniger Sorgen und Bedenken, beispielsweise im Hinblick auf umfassende Überwachung
  • mehr Mitgefühl, z.B. für die Mitglieder des Finanzsystems und deren Bemühen, ihre 1,4 Kinder zu ernähren
  • mehr Glauben, unter anderem an die persönliche Freiheit
  • mehr Vertrauen, vor allem in die Medien, die Wirtschaft und die Politik
  • den Wortschatz erweitern um Begriffe wie Leistungsgesellschaft, Wachstum und Nachhaltigkeit, diese internalisieren und regelmäßig verwenden
Mehr Vertrauen
Mehr Vertrauen

Das sollte doch machbar sein, oder?